11. Mai. 2017

Offene Ö-Meisterschaft Kajak und Canadier Einer Marathon

Der Kanu-Marathon in Wien auf der alten Donau ist mittlerweile ein wenn nicht das Highlight des österreichischen Kanujahres im Flachwasserbereich und mausert sich immer mehr zu einem regional wichtigen Event in dieser spektakulären Disziplin des Rennsportes. 

So konnte sich das Organisationsteam des PSV Wien bei der wiederum perfekt abgewickelten heurigen Auflage des fast schon Klassikers mit dem fordernden Rundkurs um das Gänsehäufl auch gleich über einen neuen Teilnehmerrekord feuen: 290 Boote aus Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Österreich matchten sich am Samstag den 6.5. bei blendendem Wetter in den diversen Klassen auf Strecken zwischen 4km für die jüngsten und 25km für die Herren Senioren. Für die heimischen Teilnehmer ging es in den qualitativ sowie quantitativ sehr starken Teilnehmerfeldern dabei nicht nur darum sich im größeren Rahmen eines internationale Rennens zu behaupten, sonden auch um die österrischischen Meisterschaftsehren. Die gemeinsamen Starts aller Rennen der Schülerklassen, der Senioren und Junioren sowie der Jugend- und Veteranenklassen sorgten für 3-fache, spektakuläre Massenstartaction, die den Paddlern höchste Konzentration und Bootsbeherrschung abverlangte und nur den Allerschnellsten den Vorzug des ruhigen Wassers in der so wichtigen Startphase zugestand. Und den zahlreichen Zuschauern bot gerade diese wilde Jagd am Wasser neben den beim Kanu-Marathon obligatorischen Portagen, bei denen die Athleten ihre Boot tragend eine gewisse Distanz über Land sprintend zurücklegen müssen, ordentlich etwas für's Auge.
Bei den Herren im K1 zierte ein guter Teil der Marathon Elite der Kanu-Weltmacht Ungarn das knapp 30-köpfige Starterfeld, das mit Adrian Boros sogar einen amtierenden Vizeweltmeister aufbot. Dass sich der WM-Silberne im K2 von Brandenburg im letzten September in einem packenden Sprint-Finish abermals mit dem 2. Platz zufriedengeben und seinem Landsmann Marton Meszaros in 1:42:33 den Vortritt in der Herrenwertung lassen musste sagt einiges über die Qualität des Rennens. Und dass sich zwischen den Herren Boros und Meszaros mit Adam Varga (ebenfalls HUN) noch der aktuelle K1 Juniorenweltmeister als Sieger seiner Klasse einreihte ist angsichts dessen nur noch eine Draufgabe. Mit einem 6. Rang in der Herrenwertung und nur etwas über 3 Minuten Rückstand holte sich Lokalmatador Christoph Kornfeind (PSV Wien) souverän den österreichischen Meistertitel und lieferte den ungarischen Stars vor allem in den ersten beiden von 6 Runden einen harten Kampf. Platz 2 in der Ö-Meisterschaftswertung (14. Platz gesamt) ging überraschend an Paralympics Silbermedailliengewinner Mendy Swoboda (Schnecke Linz), der mit einer bärenstarken Leistung Lukas Grünanger (PSV Wien, 15. Platz gesamt) unmittelbar hinter sich ließ.
Bei den Damen stellte sich Olympiastarterin und ex-Weltmeisterin im K2 über 500m Yvonne Schuring, die 39-jährige plant in Zukunft verstärkt im Kanu-Marathon an den Start zu gehen, der ungarischen Konkurrenz und sorgte mit Platz 3 in der Gesamtwertung für das österreichische Top-Ergebnis des Renntages. Für Schuring, die Ende Mai als einzige OKV Teilnehmerin den Marathon Weltcup in Belgien bestreiten wird, ein durchaus gutes Ergebnis das zudem wertvolle Erkenntnisse für eine weitere Optimierung der Marathonperformance liefert.
Für die kleine österreichischen Flachwasserszene ist so ein Rennen, das uns vor der Haustüre zeigt, wo "der Hammer" hängt Gold wert. Der heimische Nachwuchs kann zwar mit den Kollegen aus den Nachbarländern großteils noch nicht wirklich mithalten, aber alleine in so einem Rennen zu starten, sich diesem Wertbewerb zu stellen und dann doch den einen oder anderen Konkurrenten hinter sich zu lassen ist ein ganz wichtiger Schritt für die Zukunft.