Freestyle

Kanu-Freestyle, zunächst als „Rodeo“ bekannt, ist eine sehr junge Sportart, die sich mit der zunehmenden Professionalisierung zu einem immer erfolgreicheren Leistungssport entwickelt hat. Ursprünglich gingen Paddler mit ihren Booten in Wellen, Walzen und in sogenannte "holes" und ritten sie wie einen bockigen Mustang. Am Beginn waren diese "rodeos" reiner Spaß, aber die steigende Zahl an Wettbewerben, die nicht mehr als reine „Party-Events“ angesehen wurden, beschleunigten den Trend in Richtung einer hochspezialisierten Disziplin. 1991 fanden bereits die ersten Weltmeisterschaften statt, als offizielle Disziplin wurde Freestyle jedoch erst 2006 vom internationalen Kanuverband (ICF) anerkannt. Seither finden Weltmeisterschaften und Europameisterschaften alle zwei Jahre im Wechsel statt. 

Im Laufe der Zeit wurden Boote und Produktionsmethoden speziell für Walzen und Wellenbrecher entwickelt. Die Bootkonzepte aus den 50ern wurden 1995 über Bord geworfen und eine neue Art Kajak entstand, ähnlich einem Snowboard oder Boogie Board. Die Enden wurden ultra-dünn, so dass sie das Wasser ganz leicht unterschneiden können, Finnen und Kanten kamen dazu, mit denen "carving" (Aufkanten) und "aerial moves" (Figuren in der Luft) möglich wurden.

Auch die Skills der Athleten, die akrobatische Höchstleistungen im Wildwasser präsentieren, steigerten sich rasant. Freestyle-Kayaking wurde langsam "erwachsen". Technik und Equipment sind ausgereift, nun geht es um neue, immer spektakulärere Manöver im Wasser. Bei jeder Weltmeisterschaft werden diese "moves“ größer, aufregender und radikaler als die Jahre zuvor. Jede WM inspiriert die Designer dazu, noch bessere Boote zu kreieren - und die Paddler dazu, mit diesen Booten an neue Grenzen zu gehen.

Freestyle-Kayaking ist unbestritten die dynamischste Kajak Disziplin, aufregend, eine Fun Sportart, attraktiv für Zuschauer und technisch und sportlich äußerst anspruchsvoll. International ist es bereits die Kajak-Disziplin mit den meisten Anhängern.