Nachruf Günther Pfaff

Günther Pfaff – Flachwasserikone verstorben!!

 

Man muss sich die Kajakszene in den Jahren nach dem Krieg vorstellen, um die Zeit von Günther Pfaff zu verstehen.

Zwei Jahre nach 45 gab es wieder internationale Wettbewerbe, 1948 Europäische Meister- schaften, 1949 erstmals Weltmeisterschaften im Slalom und es gab nicht nur aus österreichischer Sicht Aushängeschilder, die noch aus der Kriegszeit herüberragten: Pillwein, Molnar, Frühwirt (Vater), Schwingl, und junge Stars wie Bubi Eiterer, der erster Steyrer Weltmeister wurde, wie Gerti Pertlwieser, die 1951 als erste Steyrerin den Einzeltitel errang.

 

Der Kajakclub Forelle Steyr mit diesen Größen, mit dem einem der Großen aus der Kriegszeit Fritz Rittsteiger als Trainer, mit großartigen Funktionären, war die Basis für den Münichholzer Buben Günther Pfaff, der in einem viel größeren Umfeld international bedeutend wurde.

In den Jahren ab 1960 gab es bei den Slalomfahrern Kurt Presslmayr, der vier mal Weltmeister wurde, gab es eine Reihe von Fahrern, die Silber und Bronzemedaillen gewannen, gab es Olympiateilnehmer an fünf Olympischen Spielen. Aber der herausragende Kanute in den Flachwasserbewerben war Günther Pfaff, der 1968 mit Gerhard Seibold im K 2 die eine olympische Bronzemedaille eroberte.

Und 1970 wurden die beiden Weltmeister.

Von 1964 bis 1976 nahm er an allen Weltmeisterschaften teil, saß im Vierer und im Zweier am Schlag, gewann Silber und Bronze, fuhr Kurz - (500 und 1000 m) und Langstrecken und war überall an der Spitze zu finden. Seine Vierer- und gelegentlich Zweierpartnerpartner, wie Lindlgruber (sen.). Severa, Heubusch bildeten gleichwertig die großartige Atmosphäre jener Zeit.

Günther Pfaff war in seiner großen Zeit wie in seinem ganzen Leben ein bescheidener, verständnisvoller, liebevoller, beispielgebender Mensch, den wir immer vermissen werden.

Er war ein Vorbild.


Foto: OÖ-Nachrichten