Wir über uns

Der Kanu-Sport hat in Österreich eine besondere Tradition und der Österreichische Kanuverband (OKV) ist der erfolgreichste Sommersport-Verband des Landes. Bei internationalen Großereignissen und im Weltcup rangieren die heimischen Kanuten und Kanutinnen regelmäßig unter den Besten der Welt. Seit fast 100 Jahren baut der OKV zudem den eigenen Nachwuchs kontinuierlich auf und führt junge Talente an die Weltspitze heran. 

 

Kanu-Sport ist seit 1936 mit unterschiedlichen Disziplinen im Programm der Olympischen Spiele vertreten. Seit 1992 besteht das Programm der Olympischen Kanu-Wettkämpfe aus zwölf Disziplinen des Kanu-Rennsports und vier Disziplinen des Kanu-Slaloms. Die Disziplinen werden entweder im Kajak (sitzend/Doppelpaddel) oder im Kanadier (kniend/Stechpaddel) augetragen. Die Anzahl der Fahrerinnen oder Fahrer wird dem Kürzel K für Kajak und C für Kanadier hintangestellt (also K1, C1, C2 usw.). 

 

Gemessen an der Anzahl der Medaillen rangiert der Kanuverband auf Platz 1 aller olympischen Sommersport-Verbände. Mehr Medaillen gibt es nur im alpinen Skisport, Eiskunstlauf, Skispringen, Rodeln und im Gewichtheben.

 

Im Jahr 2008 gewann Violetta Oblinger-Peters die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Peking. Im Flachwasser errangen die Damen im K2 über 500 m (Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz) 2011 den Weltmeistertitel und Corinna Kuhnle wurde im Wildwasser-Slalom 2010 und 2011 Weltmeisterin und 2017 Europameisterin. Darüber hinaus gewann sie 2014 und 2015 den Gesamtweltcup. Viktoria Wolffhardt wurde 2018 Europameisterin im C1 bei der Kanu-Slalom Europameisterschaft in Prag.

Auch die Leistungen des Österreichischen Kanuverbands im Nachwuchsbereich sind beachtlich. Zwischen 2012 und 2017 wurden bei Junioren-WM, Junioren-EM sowie bei Youth Olympic Games 7 Gold-, 7 Silber-  und 4 Bronzemedaillen errungen.


Geschichte

Bereits um die Jahrhundertwende von 19. zu 20. Jahrhundert begann die Geschichte des Paddelsports in Österreich, als Hans Weinzinger und Hans Amesberger vom Verein Schnecke Linz das 'Schneckenboot', das dem Eskimokajak ähnlich war, entwickelten. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs unterbrach jedoch vorerst die weitere Entwicklung des Kanusports.

Die offizielle Gründung des Österreichischen Kanuverbandes erfolgte am 06. August 1922 nach Vorgesprächen im Wochenendhaus des Polizeikommissars Johannes Pietschmann an der Alten Donau in Wien. Im selben Jahr fand ebenfalls dort die erste offizielle Verbandsregatta statt. Pietschmann wurde zum ersten Präsident des OKV gewählt, ihm zur Seite stand Emil Duschanek als Vizepräsident. Die ersten Vereine wurden 1924 gegründet, wie beispielsweise der Wiener Kajak Klub, der heute noch als Wiener Paddelsport Klub besteht.

1924 bildeten sich in Österreich vier Sportkreise, in Wien (UDK), in Linz (ODK), an der Enns (EWK) und der Mur - Drau - Innkreis (MDK). 1926 kam es zur Gründung der Naturfreunde Paddelgruppe in Wien. In den Jahren 1932 und 1933 entwickelte sich im Paddelsport - nach einer Idee von Willi Rabe - eine neue Disziplin, der Slalom. Der erste Slalom-Bewerb in Österreich wurde auf der Mühltraisen bei St. Georgen durchgeführt. Von da an begann sich der Kanu Slalom rasant zu entwickeln und großen Zuspruch zu finden, zumal sich auch der Kanu Rennsport etablierte.

Das Olympiajahr 1936 brachte die ersten internationalen Erfolge österreichischer Kanusportler, wie Gregor Hradetzky, Alfons Dorfner oder Adi Kainz, bei den Spielen in Berlin. Im selben Jahr wurde Kajak Slalom als internationale Sportart anerkannt und ein internationales Slalom-Komitee aus Vertretern Deutschlands, der Schweiz und Österreich gebildet.

Der zweite Weltkrieg bedingte eine neuerliche Stagnation in der internationalen Entwicklung des Kanusports. Nach Kriegsende versuchte man 1946 eine Neugründung des Österreichischen Kanuverbandes, jedoch wurden zu jener Zeit Neugründungen sehr kritisch beurteilt. Der Verband konnte aus politischen Gründen nicht als OKV wiedergegründet werden, so wurde die Bezeichnung Österreichischer Paddelsport Verband (ÖPV) registriert und von der Internationel Canoe Federation (ICF) anerkannt. Auch die Farben der Fahne wurden geändert, die Buchstaben ÖPV erschienen jetzt blau in der rot-weiß-roten Fahne anstatt schwarz. Der rasche Wiederaufbau des neuen Verbandes ist unter anderem den ehemaligen Mitgliedern des OKV, Franz Popovchich, Karl Vogler, Emil Pickl, Karl Hietler und Rudi Pillwein zu verdanken. Als erster Verbandspräsident fungierte Anton Schiffzik.

Bereits 1947 wurde die erste Wildwasserwoche der Naturfreunde in Groß Reifling eröffnet. 1951 übernahm der Österreichische Paddelsport Verband die Ausrichtung der Weltmeisterschaften im Kanu Slalom in Steyr und errang einen großen sportlichen und organisatorischen Erfolg.

Mit der Neugründung 1946 als ÖPV musste der Verband auch neue Statuten erstellen, die für den gesamten sportlichen und administrativen Ablauf bis 1972 richtungsweisend waren. Doch dann war es notwendig neue Formulierungen zu finden. Viele Begriffe wie z.B. das Faltboot waren antiquiert, die Medien hatten neue Dimensionen angenommen, Geschäftsordnung und Wahlordnung bedurften einer Reform. Die Subventionierung der Sportverbände durch das Österreichische Sporttoto brachte eine Wende in der Finanzgebarung, denn nun konnte ein ordentlicher Haushaltsplan erstellt werden. Mit diesen Neuerungen in der Organisation und Verwaltung entwickelte sich der Leistungssport in diesen Jahren rasant.

Bei der Generalversammlung am 05. November 1977 in Wien, wurde die Umbenennung des Österreichischen Paddelsport Verbandes (ÖPV) in Österreichischer Kanuverband (OKV) beschlossen.